Wie ist der Kundalini Yoga Unterricht strukturiert und was ist seine Wirkung?

Der Unterricht ist allgemein in mehrere Phasen gegliedert:

    1. Aufwärmphase
    2. Einstimmen
    3. Kriya
    4. Entspannung
    5. Meditation
    6. Ausstimmung mit einem Mantra

Eine Kriya soll einen bestimmten Zustand ermöglichen. Im Kundalini Yoga ist sie eine Abfolge von Handlungen/Grundhaltungen, die mit einer bestimmten Atmung und allenfalls Klängen einhergehen. Die Kriya steht für sich als Ganzes und ist perfekt konzipiert.

Der Kundalini Yoga Unterricht wirkt allgemein auf Körper, Geist und Seele. Wenn auch nicht alles erklärbar ist, so kann dessen Wirkung sehr wohl gespürt werden.  Hier sind einige Beispiele:

    • Stärkung des Nervensystems
    • Dehnung und Muskelaufbau
    • Anregung des Kreislaufs
    • Erhöhung des Körperbewusstseins
    • Positiver Einfluss auf Meridiane und Organe
    • Reinigung des Gewebes
    • Einfluss auf Chakras und die 10 Körper

Kundalini Yoga ist nicht zur Heilung von Krankheiten konzipiert oder ein therapeutisches Modell. Kundalini Yoga zielt darauf ab, dem Menschen Erfahrungen zu schenken, die es ihm erlauben über sich hinauszuwachsen, mit sich und seiner Seele in Einklang zu kommen.

Was ist der Unterschied zwischen Hatha und Kundalini Yoga?

Die Frage wurde im Kundalini Yoga Journal (Ausgabe 36, November 2019) von Satya Singh beantwortet:

„In der Theorie gibt es eigentlich gar keinen Unterschied zwischen der Wirkung von Hatha Yoga und Kundalini Yoga. „Ha“ steht für die Sonnen-Energie (Pingala) in deinem Körper, „Tha“ für die Mond-Energie (Ida), und wenn Ida und Pingala durch Yoga verbunden werden, steigt die Kundalini-Energie durch Hatha Yoga genauso wie durch Kundalini Yoga. In der Praxis sieht es aber etwas anders aus.“

Satya Singh nennt u.a. diese Unterschiede:

    • Hatha Yoga (HY): Es dauert 21 Jahre, bis eine Kundalini-Wirkung spürbar wird. Kundalini Yoga (KY): 40 Tage
    • HY: Orientierung mehr Richtung Flexibilität KY: Orientierung mehr Richtung Vitalität und spirituelle Entwicklung.
    • HY: Keine oder wenige Mantras, keine Einstimmung. KY: Viele Mantras, die das Herz öffnen, wichtige Einstimmung und Abschluss-Mantras
    • HY: Lebensphilosophie aus klassischen Schriften wie Patanjali und Hatha Yoga Pradipika. KY: Zusätzliche zu Patanjali inspirierende Philosophie für diese Zeit durch Yogi Bhajan, Meister des Kundalini Yoga
    • HY: Langsames und statisches Üben und Dehnen der Muskulatur KY: Zusätzliche dynamische Übungen (wirken auf Herz und Kreislauf)
    • HY: Haltungen immer wieder neu zusammengestellt KY: Kriyas (überlieferte Übungsfolgen) können sehr spezifische Ziele erreichen.
    • HY: Einige Pranayama (Atem-)-Übungen KY: Viel Pranayma in die Übungen integriert – auch der sehr dynamische Feueratem kommt viel vor